NIKOSehzentrum

Low Vision: Wenn zwei das Gleiche sehen ...

... ist es noch lange nicht dasselbe. Erst recht nicht, wenn man in der Wahrnehmung eingeschränkt ist. Sehbehinderung kann viele verschiedene Ursachen und vor allem verschiedene Auswirkungen haben. Und sie kann durch äußere Umstände verstärkt oder abgemildert werden. Der eine braucht besonders viel Licht, um sich möglichst gut orientieren zu können, der andere ist hochgradig blendempfindlich und kommt in abgedunkelter Umgebung am besten zurecht. Sicher ist an dieser Stelle nur eins: Jede Sehbehinderung ist anders. Aus diesem Grund braucht jeder sehbehinderte Mensch die genau für ihn passenden Hilfen. Deshalb werden im Rahmen von Low Vision mittels diagnostischer Tests auch Themen wie Blendempfindlichkeit, Lichtbedarf und Kontrastwahrnehmung geprüft. Ziel ist es, eine Empfehlung zur bestmöglichen Nutzung des vorhandenen Sehvermögens auszusprechen.


Was bedeutet Low Vision?

Low Vision heißt niedriges Sehvermögen, geringe Sehkraft. Bei der Nikolauspflege sind Orthoptisten Experten in allen Fragen rund um das Thema Sehbehinderung. Ihre Arbeit wird unterstützt durch zertifizierte Low-Vision-Trainer im Haus.


In den Einrichtungen der Nikolauspflege wird die individuelle Sehfähigkeit laufend geprüft durch Ophthalmologische Diagnostik: 
Die Orthoptistin, eine spezielle Augenfachkraft, überprüft das Sehvermögen und klärt die Auswirkungen einer ärztlich diagnostizierten Sehschädigung ab. Nach der ersten Diagnose findet eine ausführliche Beratung zur Sehförderung und Anpassung von geeigneten optischen Sehhilfen und weiteren Hilfsmitteln statt. Dabei wird intensiv auf die beruflichen und weiteren persönlichen Gegebenheiten eingegangen.

Dazu arbeitet die Orthoptistin eng mit dem Betroffenen und dessen Bezugspersonen zusammen. Alle Mitarbeiter achten auf die jeweiligen Auswirkungen und entwickeln aus diesen Beobachtungen gemeinsam Ansätze, wie die Situation positiv beeinflusst werden kann. Diese sogenannte „visuelle Funktionsdiagnostik“ fließt in den persönlichen Hilfeplan ein. Die daraus abgeleiteten Maßnahmen reichen von der individuellen Gestaltung des Arbeitsplatzes bis zur Farbgebung im Wohnbereich. Welche Hilfe benötigt ein blinder Rollstuhlfahrer, um sich alleine in der Wohngruppe bewegen zu können? Was ist bei einem geistig behinderten jungen Menschen zu beachten, der stark blendempfindlich ist? Wie motiviere ich einen blinden und geistig behinderten Menschen, seinen Tastsinn einzusetzen? Welche Hilfsmittel könnten den Sehbehinderten befähigen, im Internet zu surfen? Das sind die Fragen, die wir immer neu stellen. Low Vision gibt uns viele wertvolle Antworten.

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag 9:30 – 12:00 und 13:00 – 17:00 Uhr